• 28 Februar 2019
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SAISON 2019 – INFORMATION

Am 10. März 2019 wird die neue Ausstellung in der Fondazione Ghisla Art Collection.

In den ersten sechs Räumen des markanten roten Kubus wird eine Auswahl aus der Sammlung des Ehepaars Martine und Pierino Ghisla gezeigt, die sich auf Werke der modernen und zeitgenössischen Kunst konzentriert. Wie üblich folgt die Anordnung der Exponate weder einer strengen Chronologie noch einer Einteilung nach den künstlerischen Bewegungen oder Strömungen, welche die Kunstgeschichte seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt haben. Wer die Ausstellungsräume betritt, begegnet Meisterwerken der Pop Art, des Informel und der Konzeptkunst, der abstrakten Kunst und des New Dada. Dazu kommen Kostproben von aufstrebenden, dem grossen Publikum vielleicht weniger bekannten Künstlerinnen und Künstlern. Im zweiten Stock ist die Wechselausstellung «Blow through the gap» von Rodrigo Matheus untergebracht, die der Brasilianer eigens für die Räumlichkeiten der Ghisla Art Collection konzipiert und umgesetzt hat und im zusammenarbeit mit die Nathalie Obadia Gallery organisieren.

Unter den in dieser Saison gezeigten Werken der Sammlung Ghisla befinden sich grosse Namen der internationalen Szene wie die Amerikaner Richard Serra, Justin Brice Guariglia, George Condo und Peter Halley, die gebürtige Ukrainerin und spätere US-Bürgerin Louise Nevelson, die Polin Alicia Kwade, der Franzose Benjamin Sabatier sowie Chao Lu und Ni Youyu aus China. In den ersten beiden Sälen des Erdgeschosses bilden die Natur und das Klima – und der hochaktuelle Klimawandel – den roten Faden, der die Exponate verbindet und den Betrachter auf eine innere Reise mitnimmt und ihn zur Reflexion anregt. Ein vieldiskutiertes Thema, das unsere Gesellschaft und künftige Generationen in den Grundfesten berührt und das die Kunst, seit jeher Vorreiterin, mit spannenden Überlegungen angeht. Diese Bestrebungen sind ganz im Sinne des Sammlerpaares und seiner Stiftung, die für diese wichtige Frage breit sensibilisieren wollen.

In den drei Räumen im ersten Stock sind 34 Arbeiten der grössten Meister der internationalen modernen und zeitgenössischen Kunst ausgestellt. Der erste, sogenannt «amerikanische» Saal ist wichtigen Vertretern der Pop Art gewidmet, wie Keith Haring, Andy Warhol, James Rosenquist, Roy Lichtenstein und Tom Wesselman. Daneben sind eindrückliche Werke des Graffitikünstlers Jean-Michel Basquiat und des grossen abstrakten Expressionisten Cy Twombly zu sehen. Im zweiten Raum hängen Werke von Pablo Picasso, Joan Miró, René Magritte, Jean Dubuffet, Fernando Botero, Leonor Fini, Serge Poliakoff, Christo & Jeanne-Claude, Victor Vasarely, Antoni Tàpies und anderen. Sie bilden ein Wechselspiel zwischen Genres und Strömungen, das es dem Betrachter erlaubt, in Werke von seltener Schönheit einzutauchen. Der dritte Raum schliesslich zeigt italienische Kunst der letzten 70 Jahre. Die Arbeiten von Carlo Ciussi, Agostino Bonalumi, Michelangelo Pistoletto, Giuseppe Capogrossi, Francesca Pasquali, Alighiero Boetti, Lucio Fontana und Franco Ionda sind Beispiele für jene Strömungen, die diese Zeit entscheidend geprägt haben.

 

Die Wechselausstellung «Blow through the gap» von Rodrigo Matheus in den drei Räumen im letzten Stockwerk ermöglicht die Auseinandersetzung mit einer Reihe überraschender Kunstwerke, die in einem spannenden Dialog mit dem architektonischen Umfeld – ihrem Standort in der Fondazione Ghisla – stehen, für das einige eigens geschaffen wurden: Die Skulpturen, die das Interesse des Künstlers für Fragen rund um Darstellungsweisen, Design und Kunstfertigkeit belegen sowie die Qualität der verwendeten Materialien und den sozialen Hintergrund ihrer Entstehung berücksichtigen, enthüllen das poetische Potenzial gewöhnlicher Alltagsgegenstände. Jedes einzelne Element, das der Künstler erdacht, gestaltet und ausgestellt hat, offenbart nicht nur Bezüge zum täglichen Leben, sondern bietet ein genaues Arrangement von Materialien, das überraschende wie ungewöhnliche Wechselbeziehungen schafft. Die Alltäglichkeit der verwendeten Gegenstände verweist auf das normale Leben, aber auch auf das soziale Umfeld und die kulturellen Gewohnheiten des Betrachters. Rodrigo Matheus entnimmt die Gegenstände der realen Welt und kombiniert sie spielerisch zu einer Art Bilderrätsel, das jede und jeder frei für sich auslegen und lösen kann. Neben verschiedenen symbolhaften Bedeutungen erinnern die eingesetzten Gegenstände an zwischenmenschlichen Austausch und damit an die Individuen und ihre Handlungen.

 

Der Brasilianer Rodrigo Matheus wurde 1974 geboren und lebt heute in São Paulo und Paris. 2001 schloss er sein Kunststudium an der Universität von São Paulo ab und machte 2011 einen Master in Skulptur am Londoner Royal College of Art. Er gehört einer jungen, aufstrebenden brasilianischen Künstlergeneration an. In den letzten zehn Jahren wurde ihm eine wachsende Aufmerksamkeit zuteil und er konnte in den renommiertesten internationalen Häusern ausstellen, darunter das Centre Pompidou und das Palais de Tokyo in Paris, die 13. Biennale de Lyon, das Swiss Institute und das New Museum in New York, die Fondation DHC/Art in Montreal und die Art Gallery of York University in Toronto, das Astrup Fearnley Museet in Oslo, die Bonniers Konsthall in Stockholm, die Fondation Manuel Antonio da Mota in Porto und die brasilianische Botschaft in London.

 

Die Ghisla Art Collection ist von Mittwoch bis Sonntag von 13.30 bis 18.00 Uhr geöffnet. Im Eintrittspreis inbegriffen sind Audioguides, die auf Deutsch, Italienisch, Englisch und Französisch zur Verfügung stehen. Es besteht zudem die Möglichkeit, den Besuch mit einem Apéro samt Führung durch die Ausstellung zu kombinieren. Dabei erfahren die Besucher auf leichte, dynamische, auf die Gruppe zugeschnittene Weise Details zu den Werken und Wissenswertes und Unterhaltsames zu den Künstlern und der Sammlertätigkeit. Der Erfolg der ersten fünf Jahren – auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene – ermutigt die Ghisla Art Collection, an ihrem Konzept festzuhalten, die Sammlung dem breiten Publikum zugänglich zu machen, zum Beispiel mit Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche, mit Performances, bei denen zeitgenössische Tänzer/innen mit den Werken interagieren, und mit anderen interessanten Angeboten.

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