La Tana del Matto

21. März 2026 – 23. August 2026
Als eine der radikalsten und unverwechselbarsten Stimmen der internationalen zeitgenössischen Kunstszene entwickelt Joris Van de Moortel eine multidisziplinäre Praxis, die Malerei, Skulptur, Installation, Klang, Performance und Schreiben miteinander verbindet. Seine Arbeit schöpft aus der nordeuropäischen Kunstgeschichte, dem Mystizismus, der Musik, dem Wahnsinn als Form der Erkenntnis sowie aus der ritualhaften Dimension des kreativen Aktes.

Mit La Tana del Matto verwandeln sich die ersten beiden Stockwerke des Museums in eine totale und immersive Installation, konzipiert als ein mentales und symbolisches Universum: eine „Höhle“, verstanden als Zufluchtsort, Grotte, intimer Raum und zugleich Ort der Erkundung. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, sich zwischen visionären Bildern, Klängen, mythologischen Bezügen und historischen Schichtungen zu verlieren – in einem fortwährenden Dialog zwischen Sakralem und Profanem, Ordnung und Chaos, Vergangenheit und Gegenwart. Im Zentrum des Projekts erscheint die Figur des Narren – ein alter und ambivalenter Archetyp – nicht als bloßes Sinnbild des Wahnsinns, sondern als Möglichkeit von Freiheit, Umkehr und Transformation.

Die Ausstellung präsentiert neue Werke, die eigens für Locarno geschaffen wurden, neben Gemälden, Skulpturen, Lichtelementen, Videoarbeiten und Klanginterventionen. Daraus entsteht ein intensiver und nicht beruhigender Parcours, der Fragen zur menschlichen Existenz, zur Zeit, zur Spiritualität und zur Rolle der Kunst heute aufwirft.

      

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