Promenade. La misura del circostante
5. September 2026 – 6. Januar 2027
Der Titel Promenade verweist auf den Spaziergang als Erfahrung des Entdeckens und Beobachtens. Scherffig durchstreift Stadt und Natur, ohne notwendigerweise nach einem bestimmten Motiv zu suchen: Sie beobachtet Baustellen, Architekturen, Ruinen, Steinbrüche, Steine, Vegetation und Landschaften. Was ihr begegnet, nimmt sie mit ihrem Blick auf und verwandelt es anschließend durch die Zeichnung, das zentrale Ausdrucksmittel ihrer künstlerischen Praxis.
Der Ausstellungsparcours erzählt vom beständigen Dialog zwischen Architektur und Natur, Konstruktion und Transformation, Erinnerung und Gegenwart. Für Scherffig ist der urbane Raum ein lebendiger, sich stetig wandelnder Organismus: Seit den 1970er-Jahren beobachtet die Künstlerin Baustellen, Abrisse und architektonische Strukturen und richtet ihre Aufmerksamkeit besonders auf Momente des Übergangs und auf die Veränderungen der Landschaft.
Die Ausstellung vereint Werke aus unterschiedlichen Schaffensperioden: von Baustellen und Architekturen über vielschichtige Stadtpläne und Steinbrüche bis hin zu Vegetation, Skulpturen und Installationen. Fotografie und Zeichnung stehen dabei in einem kontinuierlichen Dialog, während Materialien wie Stahl, Porzellan, Organza und Blattgold eine künstlerische Recherche erweitern, in der Kunst, Natur, Architektur, Musik, Literatur und Archäologie aufeinandertreffen.
Promenade lädt die Besucherinnen und Besucher zu einem Spaziergang durch fünfzig Jahre künstlerischen Schaffens ein und zugleich dazu, den Akt des Beobachtens neu zu entdecken. Eine Reise durch den Blick einer Künstlerin, die Zeichen in Raum und Materie in Vision zu verwandeln vermag und dabei die Komplexität und den ständigen Wandel unserer Umgebung sichtbar macht.

